# Fluktuation im Gesundheitswesen: Ursachen, Kosten und wirksame Gegenmaßnahmen

> In Pflegeheimen wechselte 2022 rein rechnerisch fast das gesamte Personal binnen eines Jahres, die Fluktuation lag bei 94 Prozent. Warum Pflege, Arztpraxen und ambulante Versorgung so viele Fachkräfte verlieren und was du als Arbeitgeber dagegen tun kannst.

Kategorie: Für Arbeitgeber · 27. Juni 2026 · 11 Min. Lesezeit · Autor: Patrick Steeger (Brandbenefits GmbH)

## Wie hoch ist die Fluktuation im Gesundheitswesen wirklich?

Das Gesundheitswesen galt lange als sicherer Hafen mit niedriger Wechselbereitschaft. Dieses Bild stimmt so nicht mehr. In deutschen Krankenhäusern wechselt inzwischen jeder sechste Beschäftigte pro Jahr den Job, das entspricht rund 16 Prozent (Springer Nature). Die gesamte Zunahme der Klinik-Fluktuation geht dabei auf das Pflegepersonal zurück.

In der Altenpflege sind die Zahlen dramatischer. Pflegeheime meldeten 2022 eine Fluktuation von 94 Prozent (bkvfirmenservice). Mehr als 30 Prozent der jungen Pflegekräfte verlassen den Beruf innerhalb der ersten fünf Jahre (bkvfirmenservice). Der gesamtwirtschaftliche Durchschnitt liegt zum Vergleich bei 31,4 Prozent. Große Teile der Pflege liegen also weit darüber, während die Klinik im Kernbereich noch darunter bleibt.

Vier Zahlen zeigen, wie unterschiedlich sich die Lage je nach Versorgungsbereich darstellt:

BereichFluktuation pro JahrStationäre Altenpflege (Pflegeheime)rund 94 %Krankenhaus (alle Dienstarten)rund 16 %Junge Pflegekräfte, Ausstieg binnen 5 Jahrenüber 30 %Gesamtwirtschaft Deutschland (Vergleich)31,4 %iWas Fluktuation genau meintDie Fluktuationsquote misst, wie viele Beschäftigte ein Betrieb im Verhältnis zu seinem durchschnittlichen Personalbestand innerhalb eines Jahres verliert. 94 Prozent heißt nicht, dass jede Stelle einmal neu besetzt wird, oft rotieren dieselben Positionen mehrfach. Genau das macht die Zahl so teuer. Mehr dazu, wie du gegensteuerst, findest du in unserem Beitrag zur Mitarbeiterbindung.

## Was kostet dich ein Mitarbeiterabgang in der Pflege?

Jeder Weggang zieht Kosten nach sich, die selten in einer einzigen Rechnung auftauchen. Die Bandbreite reicht von 90 bis 200 Prozent des Jahresgehalts der ausscheidenden Person (bkvfirmenservice). Darunter fallen Austrittskosten, Recruiting, Einarbeitung, Übergangslösungen und der Produktivitätsverlust, solange die Stelle offen ist.

Der größte Treiber im Gesundheitswesen ist die Vakanzzeit. In der Altenpflege blieb eine offene Stelle 2024 im Schnitt 286 Tage unbesetzt, in der Krankenpflege bis zu 269 Tage (Bundesagentur für Arbeit). Fast zehn Monate lang trägt das Restteam die Lücke. Jede dieser Wochen kostet Geld durch Überstunden, Leiharbeit und wachsendes Erschöpfungsrisiko.

Die folgenden Kostenblöcke zeigen, wie schnell sich ein einzelner Abgang summiert:

KostenblockGrößenordnungUntergrenze pro Abgangrund 43.000 EuroGesamtkosten je Fall90 bis 200 % des JahresgehaltsVakanzzeit Altenpflegerund 286 TageVakanzzeit Krankenpflegebis 269 TageRechne es an einer examinierten Pflegefachkraft mit rund 43.000 Euro Jahresgehalt durch. Schon bei einem vorsichtigen Ansatz von einem Jahresgehalt verbrennt ein einziger Abgang diese Summe. Verlierst du in einem 40-köpfigen Heim bei 94 Prozent Fluktuation rechnerisch fast das ganze Team pro Jahr, bewegst du dich schnell im sechs- bis siebenstelligen Bereich.

Viele Pflegeeinrichtungen buchen Fluktuation nur als Recruiting-Rechnung. Der teure Teil steht woanders, nämlich in den neun Monaten Vakanz, in denen das Stammteam ausbrennt und die Nächsten kündigen. Das ist die Rechnung, die keiner aufmacht.

Patrick Steeger, bKV-Experte

## Warum kündigen Beschäftigte im Gesundheitswesen?

Pflegekräfte und Medizinische Fachangestellte kündigen fast nie wegen eines einzelnen Problems. Es ist eine Mischung aus Überlastung, unplanbaren Diensten, fehlender Anerkennung und Bezahlung, die unter dem Belastungsniveau liegt. Ein Drittel der Pflegekräfte zieht laut Befragungen eine Kündigung ernsthaft in Betracht (bibliomed).

In Arztpraxen kommt ein eigener Treiber dazu. Das Einstiegsgehalt einer MFA liegt in der Praxis bei rund 2.700 Euro, im öffentlichen Krankenhaus nach TVöD bei 2.928,99 Euro (medizinio). Kliniken und Krankenkassen werben aktiv ab. Die folgenden Gründe tauchen in Befragungen am häufigsten auf:

Überlastung und ständiges EinspringenSpontane Dienstübernahmen, Schaukeldienste und chronische Unterbesetzung nehmen die Erholung. Wer dauernd aus dem Frei geholt wird, plant irgendwann den Ausstieg statt den nächsten Dienst.Psychische BelastungPflegekräfte fehlen mit rund 7,1 Tagen pro Jahr wegen psychischer Erkrankungen überdurchschnittlich oft (DAK). Leistungsdruck und emotionale Dauerbelastung schlagen direkt auf die Bleibebereitschaft.Fehlende WertschätzungViele Gründe laufen auf denselben Kern hinaus, nämlich zu wenig Anerkennung im Alltag, vom Träger wie von der Gesellschaft. Wer sich unsichtbar fühlt, geht dorthin, wo die Arbeit gesehen wird.Bezahlung unter dem BelastungsniveauGerade MFA verlassen nach einigen Berufsjahren die Praxis, häufigster Grund ist ein zu niedriges Gehalt. Die Lücke zur Klinikvergütung wird zum Wechselgrund.Keine EntwicklungsperspektiveOhne sichtbaren Weg nach oben oder zur Seite bleibt nur die Kündigung, um sich zu verändern. Fehlende Fort- und Aufstiegschancen treiben junge Kräfte früh aus dem Beruf.

## Welche Rolle spielt die Gesundheit der Beschäftigten in der Pflege?

Gesundheit ist im Pflegeberuf kein weiches Thema, sondern ein harter Fluktuationsfaktor. Pflegekräfte waren 2024 im Schnitt 28,5 Tage krankgeschrieben, in der Altenpflege sogar 33,1 Tage (TK). Über alle Branchen lag der Wert bei 18,2 Tagen. Die Pflege fehlt also rund die Hälfte häufiger als der Durchschnitt.

Stark ins Gewicht fällt die psychische Komponente. Im Gesundheitswesen lagen die Fehltage wegen psychischer Erkrankungen um 39 Prozent über dem Branchendurchschnitt (DAK). Wer körperlich und seelisch am Limit arbeitet, meldet sich häufiger krank, und aus wiederholten Ausfällen wird oft der endgültige Ausstieg. Genau hier setzt Prävention an, bevor aus Belastung eine Kündigung wird.

Die folgende Übersicht ordnet den Krankenstand nach Beschäftigtengruppe:

BeschäftigtengruppeFehltage 2024Altenpflege33,1 TagePflege gesamt28,5 TageKrankenpflege26,7 TageAlle Beschäftigten18,2 TageiVon Fehltagen zur PräventionHohe Fehlzeiten sind ein Frühwarnsignal. Wer die Gesundheit im Team sichtbar unterstützt, senkt Ausfälle und Wechselbereitschaft zugleich. Wie ein Gesundheitsbenefit dabei hilft, liest du in unserem Beitrag zum Nutzen einer bKV.

## Mit welchen Maßnahmen lässt sich die Fluktuation in der Pflege senken?

An der Fluktuation im Gesundheitswesen führt kein einzelner Hebel vorbei. Wirksam wird das Zusammenspiel aus verlässlichen Diensten, Führung, Entwicklung und einem spürbaren Gesundheitsangebot. Auf die Reihenfolge kommt es an, erst die größten Belastungen entschärfen, dann mit Benefits nachlegen.

Sechs Handlungsfelder haben sich in Pflege und Praxis bewährt, von der Dienstplanung bis zum sichtbaren Zusatznutzen. Die folgende Übersicht ordnet jedem Feld eine Maßnahme und ihre Wirkung zu:

HandlungsfeldMaßnahmeWirkungDienstplanungVerlässliche Pläne, Einspringen begrenzenWeniger Erschöpfung, planbare FreizeitFührungFeste Feedbackgespräche, klare AnsprechpartnerFrüherkennung von WechselgedankenEntwicklungFort- und Weiterbildung, FachlaufbahnenPerspektive statt AusstiegVergütungGehalt am Belastungsniveau ausrichtenWeniger Abwerbung durch KlinikenGesundheit und BGMPräventionsangebote, Belastung reduzierenWeniger Fehltage, spürbare FürsorgeBenefits und bKVBetriebliche Krankenversicherung als ZusatzSichtbarer Nutzen, stärkere BindungDie ersten vier Felder kosten Führungsarbeit und Struktur. Die letzten beiden lassen sich schneller einführen und wirken sofort sichtbar. Wie du die Einführung planst, zeigt der Leitfaden zur bKV-Einführung in sieben Schritten. Ein Blick über den Zaun lohnt sich ebenfalls, denn in der Fluktuation im Krankenhaus zeigt sich, wie stark der Pflegebereich die Gesamtzahlen treibt.

## Wie wirken BGM und eine bKV gegen die Fluktuation im Gesundheitswesen?

Betriebliches Gesundheitsmanagement, kurz BGM, bündelt alles, was die Gesundheit im Betrieb stärkt, von gesenkten Belastungen über Prävention bis zu vermiedenen Ausfällen. In der Pflege mit 28,5 Fehltagen pro Kopf ist das kein Luxus, sondern Betriebswirtschaft. Eine betriebliche Krankenversicherung ist der Baustein, der davon am sichtbarsten beim Beschäftigten ankommt.

Als Arbeitgeber schenkst du deinem Team ein jährliches Gesundheitsbudget, etwa für Zahnersatz, Sehhilfen oder Vorsorge. Eine Gehaltserhöhung geht im Alltag unter, die bKV dagegen wird bei jeder Rechnung spürbar. Für ein Pflegeheim oder eine Praxis sind das gut kalkulierbare Beiträge:

TarifBudget pro JahrBeitrag pro MonatWürttembergische StartBudget300 Euroab 7,96 EuroHanseMerkur BKBT300 Euroab 9,90 EuroHallesche FEELfree300 Euroab 9,95 EuroGothaer MediGroupAG FlexSelect300 Euroab 9,90 EuroHanseMerkur BKBT600 Euroab 19,90 EuroEin 300-Euro-Budget startet bei rund 8 Euro im Monat, ein 600-Euro-Budget bei etwa 20 Euro. Gemessen an einem Mindestschaden von 43.000 Euro pro Abgang ist das eine überschaubare Investition. Alle aktuellen Optionen findest du in der Übersicht der bKV-Tarife, den passenden Beitrag ermittelst du im kostenlosen Tarifcheck.

iBis 50 Euro steuerfreiZahlst du den Beitrag als Sachbezug, bleibt er bis 50 Euro pro Monat steuer- und sozialabgabenfrei. So kommt der volle Wert beim Team an. Die Details erklärt unser Beitrag zur Versteuerung der bKV.

Für unter zehn Euro im Monat gibst du einer Pflegekraft ein Gesundheitsbudget, das sie beim Zahnarzt real spürt. Gegen einen Abgang, der fünfstellig kostet, ist das die günstigste Bindung, die du kaufen kannst.

Patrick Steeger, bKV-Experte

## Wie führst du die Maßnahmen im Gesundheitsbetrieb ein?

Der Einstieg gelingt am besten in kleinen, sichtbaren Schritten. Du musst nicht alles auf einmal umbauen. Fang bei den größten Belastungen an und mach den Fortschritt für dein Team erlebbar. Diese Reihenfolge hat sich bewährt:

- Zuhören. Frag dein Team direkt, was den Alltag am meisten belastet, statt es zu vermuten. Anonyme Kurzbefragungen liefern ehrliche Antworten.
- Dienstplan sichern. Reduziere das ständige Einspringen und mach Freizeit planbar. Das entschärft den häufigsten Kündigungsgrund.
- Gesundheit stärken. Baue Prävention und BGM auf, um die 28,5 Fehltage pro Kopf zu senken.
- Benefit sichtbar machen. Führe eine bKV ein und kommuniziere sie aktiv, damit der Nutzen ankommt. Rechne vorher den Beitrag pro Kopf durch, Orientierung gibt unser Beitrag zu den Kosten pro Monat.
- Dranbleiben. Miss Fluktuation und Fehltage über die Zeit und justiere nach. Bindung ist kein Projekt, sondern Routine.
Fluktuation im Gesundheitswesen ist kein Naturgesetz. Sie entsteht dort, wo Belastung, fehlende Anerkennung und Gehalt zusammenkommen, und genau dort lässt sie sich senken. Wer heute in verlässliche Dienste, Führung und einen sichtbaren Gesundheitsbenefit investiert, zahlt weniger als bei jedem einzelnen Abgang. Wie andere Branchen mit ähnlichem Druck umgehen, zeigt der Vergleich mit der Fluktuation in der Kita.

## Häufige Fragen

### Wie hoch ist die Fluktuation in der Pflege im Vergleich zur Gesamtwirtschaft?

Pflegeheime meldeten 2022 eine Fluktuation von rund 94 Prozent, während der gesamtwirtschaftliche Durchschnitt bei 31,4 Prozent liegt. In Krankenhäusern wechselt jeder sechste Beschäftigte pro Jahr, also etwa 16 Prozent. Die stationäre Altenpflege gehört damit zu den Branchen mit den höchsten Wechselquoten überhaupt.

### Was kostet ein Mitarbeiterabgang im Gesundheitswesen?

Die Kosten liegen zwischen 90 und 200 Prozent des Jahresgehalts der ausscheidenden Person, als Untergrenze werden rund 43.000 Euro pro Fall angesetzt. Ein großer Treiber ist die lange Vakanzzeit, denn in der Altenpflege bleibt eine Stelle im Schnitt 286 Tage unbesetzt. In dieser Zeit trägt das Restteam die Mehrbelastung.

### Warum kündigen Pflegekräfte und Medizinische Fachangestellte so häufig?

Hauptgründe sind Überlastung, ständiges Einspringen, psychische Belastung, fehlende Wertschätzung und eine Bezahlung unter dem Belastungsniveau. Bei MFA kommt die Gehaltslücke zur Klinik hinzu, rund 2.700 Euro Einstieg in der Praxis gegenüber 2.928,99 Euro nach TVöD im Krankenhaus. Ein Drittel der Pflegekräfte zieht eine Kündigung ernsthaft in Betracht.

### Wie hoch ist der Krankenstand in der Pflege?

Pflegekräfte waren 2024 im Schnitt 28,5 Tage krankgeschrieben, in der Altenpflege sogar 33,1 Tage. Über alle Branchen lagen die Fehltage bei 18,2 Tagen. Besonders stark fällt die psychische Komponente ins Gewicht, denn im Gesundheitswesen liegen die entsprechenden Fehltage 39 Prozent über dem Branchendurchschnitt.

### Wie hilft eine betriebliche Krankenversicherung gegen Fluktuation?

Eine bKV schenkt dem Team ein jährliches Gesundheitsbudget, das im Alltag bei jeder Rechnung spürbar ist und so die Bindung stärkt. Ein 300-Euro-Budget startet bei rund 8 Euro im Monat, ein 600-Euro-Budget bei etwa 20 Euro. Zahlt der Arbeitgeber den Beitrag als Sachbezug, bleibt er bis 50 Euro pro Monat steuer- und sozialabgabenfrei.

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Quelle: https://bkv-budgettarife.de/blog/fluktuation-gesundheitswesen/ · bKV-Budgettarife.de (Brandbenefits GmbH)
