# Fluktuation in der öffentlichen Verwaltung: Ursachen und wirksame Gegenmaßnahmen

> Mit 13,6 Prozent hat die öffentliche Verwaltung die niedrigste Fluktuation aller Branchen. Trotzdem können sich 80 Prozent der Beschäftigten einen Arbeitgeberwechsel vorstellen, und dem Staat fehlen schon heute über 570.000 Kräfte.

Kategorie: Für Arbeitgeber · 21. Juni 2026 · 11 Min. Lesezeit · Autor: Patrick Steeger (Brandbenefits GmbH)

## Wie hoch ist die Fluktuation in der öffentlichen Verwaltung wirklich?

Die reine Wechselquote wirkt beruhigend. In der öffentlichen Verwaltung liegt die Fluktuation bei 13,6 Prozent und damit am unteren Ende aller Wirtschaftsbereiche. Quer über die deutsche Wirtschaft dreht sich das Personalkarussell mit einem Durchschnitt von 31,4 Prozent, also mehr als doppelt so schnell.

Diese Ruhe kommt nicht von überragender Zufriedenheit. Sie entsteht aus hohen Wechselhürden. Unbefristete Stellen, Beamtenstatus, ortsgebundene Laufbahnen und Anrechnungsregeln halten Menschen im Haus, auch wenn sie innerlich längst mit dem Absprung liebäugeln. Das Bleibebarometer Öffentlicher Dienst befragte über 9.000 Beschäftigte und fand einen Widerspruch. Die Zufriedenheit mit der eigenen Aufgabe ist hoch, doch 80 Prozent können sich einen Arbeitgeberwechsel vorstellen, ein Drittel davon sogar in die Privatwirtschaft (next:public).

Vier Kennzahlen ordnen die Lage ein, bevor du dich von der niedrigen Quote täuschen lässt:

BrancheFluktuation pro JahrGesamtwirtschaft (Durchschnitt)31,4 %Gastgewerbeüber 30 %Logistik und Handelrund 25 bis 30 %Öffentliche Verwaltung13,6 %Die niedrige Zahl verdeckt das eigentliche Risiko. Wer heute bleibt, weil ein Wechsel schwerfällt, ist morgen kein Garant für Motivation. Und die Beschäftigten, die trotz aller Hürden gehen oder in Pension wechseln, hinterlassen Lücken, die sich kaum noch schließen lassen. Mehr zum Zusammenhang von Bindung und Benefit liest du in unserem Beitrag Wie sinnvoll ist eine bKV zur Mitarbeiterbindung?.

iWas Fluktuation misstDie Fluktuationsquote zeigt, welcher Anteil der Belegschaft ein Haus innerhalb eines Jahres verlässt, ob durch Kündigung, Ruhestand oder Versetzung. Eine niedrige Quote wirkt gesund, kann aber auch bedeuten, dass Menschen mangels Alternative bleiben. Aussagekräftig wird sie erst zusammen mit Wechselbereitschaft und Altersstruktur.

## Was kostet dich ein Mitarbeiterabgang in einer Behörde?

Jeder Abgang zieht Kosten nach sich, die im Haushaltsplan meist nirgends auftauchen. Ausschreibung, Auswahlverfahren, Einarbeitung, Überstunden im Team und liegengebliebene Vorgänge summieren sich still. Studien beziffern die Gesamtkosten eines Abgangs auf 90 bis 200 Prozent eines Jahresgehalts.

Das Kompetenz Center Mitarbeiterbindung setzt den Mindestbetrag bei rund 43.069 Euro pro Fall an. Nach oben ist viel Luft, sobald eine Fachkraft schwer zu ersetzen ist. Den größten Anteil trägt die Vakanzzeit. Die Time-to-Hire liegt in Deutschland im Schnitt bei 106 Tagen (Bundesagentur für Arbeit), und in stark umkämpften Bereichen dauert die Nachbesetzung deutlich länger. In dieser Zeit trägt das restliche Team die Last.

Vier Kostenblöcke zeigen, wo sich der Aufwand versteckt:

KostenblockWas dahinterstecktAusschreibung und AuswahlStellenanzeigen, Auswahlverfahren, Zeit der FührungskräfteVakanzzeitliegengebliebene Vorgänge, Überstunden, Servicequalität sinktEinarbeitungMonate bis zur vollen Leistung, gebundene Zeit erfahrener KollegenWissensverlustFachwissen und Netzwerke gehen mit der Person aus dem HausRechne es an einer Sachbearbeiterin im gehobenen Dienst durch, die nach 15 Jahren in den Ruhestand geht. Ihr Wissen über Verfahren, Aktenlagen und Ansprechpartner lässt sich nicht in einer Übergabemappe festhalten. Bis die Nachfolge selbstständig arbeitet, vergehen leicht sechs bis zwölf Monate, und in dieser Phase bearbeitet das Team weniger Fälle bei gleicher Erwartung der Bürger.

In Behörden höre ich oft, Fluktuation sei kein Thema, weil kaum jemand kündigt. Der teure Teil sind aber die Pensionierungswellen und die stillen Abgänge in die Wirtschaft. Wer erst reagiert, wenn die Kündigung auf dem Tisch liegt, zahlt doppelt.

Patrick Steeger, bKV-ExperteWie du die Rechnung für dein Haus aufmachst, zeigt unser Beitrag Was kostet eine bKV pro Mitarbeiter und Monat? im Vergleich zu den Kosten eines einzigen Abgangs.

## Warum kehren Beschäftigte der Verwaltung dem Amt den Rücken?

Die Aufgabe selbst ist selten das Problem. Beschäftigte im öffentlichen Dienst bewerten ihre Tätigkeit, das Kollegium und den gesellschaftlichen Sinn ihrer Arbeit überwiegend positiv (next:public). Was fehlt, liegt woanders. Wertschätzung von oben, Entwicklungswege und moderne Ausstattung bleiben auf der Strecke.

Fast die Hälfte der Befragten gibt an, von den Vorgesetzten wenig oder keine Anerkennung zu bekommen. Genau an diesem Punkt entsteht die Wechselbereitschaft, auch wenn sie oft erst spät in eine echte Kündigung mündet. Vier Gründe tauchen in den Befragungen immer wieder auf:

Fehlende Wertschätzung durch die FührungFast die Hälfte der Beschäftigten erlebt kaum Anerkennung von der direkten Führungskraft. Wer sich nicht gesehen fühlt, hört auf, sich einzubringen, lange bevor er das Haus verlässt.Kaum EntwicklungsperspektivenLaufbahnen sind eng getaktet, Beförderungen an Stellen und Haushalt gebunden. Wer schneller wachsen will, sieht in der Privatwirtschaft mehr Bewegung.Bezahlung und FlexibilitätBei einem Wechsel erwarten Beschäftigte bessere Bezahlung und mehr Flexibilität. Am Tarif lässt sich wenig drehen, an spürbaren Zusatzleistungen dagegen schon.Veraltete Ausstattung und AbläufePapierstapel, langsame IT und zähe Prozesse zehren an der Motivation. Das Gefühl, mit den eigenen Kompetenzen nicht wirksam zu werden, treibt gerade jüngere Fachkräfte fort.Diese Gründe liegen fast alle im Einflussbereich des Arbeitgebers. Führung, Anerkennung und sichtbare Leistungen kosten deutlich weniger als ein Abgang und wirken oft schneller als jede Ausschreibung.

## Welche Rolle spielt die Gesundheit in der Verwaltung?

Gesundheit ist in der öffentlichen Verwaltung ein größeres Thema, als viele Häuser wahrhaben wollen. Beschäftigte der öffentlichen Verwaltung fehlen im Schnitt 25,5 Krankheitstage pro Jahr (BKK). Über alle Beschäftigten liegt der Wert bei 22,3 Tagen (BKK), nach der Rechnung des Statistischen Bundesamts bei 14,8 Tagen. Die Verwaltung liegt also klar über dem Durchschnitt.

Die Unterschiede nach Laufbahn springen ins Auge. Im einfachen Dienst summieren sich die Fehltage auf ein Vielfaches des höheren Dienstes. Dahinter stehen Belastungen wie Publikumsdruck, monotone Abläufe, hohe Fallzahlen und psychische Beanspruchung. Langzeiterkrankungen von mehr als sechs Wochen machten 2024 rund 40 Prozent aller Fehltage aus (AOK), und ein großer Teil davon geht auf Muskel-Skelett-Beschwerden und psychische Diagnosen zurück.

Fehltage und Fluktuation hängen zusammen. Wer sich krank und ausgelaugt fühlt, sucht eher das Weite oder fällt lange aus, was das restliche Team zusätzlich belastet. Genau hier setzt Prävention an. Sie senkt Fehltage und signalisiert zugleich, dass der Arbeitgeber sich um die Menschen kümmert.

iVon Fehltagen zur BindungJeder gesparte Krankheitstag entlastet das Team und den Haushalt. Ein sichtbarer Gesundheitsbenefit wie eine bKV-Tarife-Lösung wirkt doppelt. Er verbessert die Versorgung und macht die Fürsorge des Arbeitgebers greifbar. Wie das im Detail funktioniert, zeigt der Beitrag Was bringt eine zusätzliche betriebliche Krankenversicherung?.

## Mit welchen Maßnahmen senkst du die Fluktuation in der Verwaltung?

Am Tarifgehalt kannst du in einer Behörde kaum drehen. An fast allem anderen schon. Die Gründe für Wechselgedanken liegen bei Führung, Anerkennung, Entwicklung und Gesundheit, und genau dort setzt du an, ohne den Haushalt zu sprengen.

Wirksam wird ein Bündel aus mehreren Feldern statt einer Einzelaktion. Sechs Handlungsfelder haben sich bewährt, vom Führungsstil bis zum Gesundheitsbenefit:

HandlungsfeldMaßnahmeWirkungFührungregelmäßige Feedbackgespräche, sichtbare Anerkennungtrifft den häufigsten Kündigungsgrund direktEntwicklungFortbildung, Rotation, klare Aufstiegspfadehält ehrgeizige Fachkräfte im HausArbeitszeitflexible Modelle, Homeoffice, Teilzeitoptionenerhöht Attraktivität gegenüber der WirtschaftAusstattungmoderne IT, schlanke Prozessesenkt Frust im ArbeitsalltagGesundheit und BGMPrävention, Ergonomie, psychische Entlastungreduziert Fehltage und LangzeitausfälleBenefits und bKVbetriebliche Krankenversicherung als Sachbezugsichtbare Leistung, steuerlich begünstigtDie ersten Felder brauchen vor allem Haltung und Zeit der Führungskräfte. Die letzten beiden lassen sich mit überschaubarem Budget umsetzen und wirken sofort sichtbar, weil jeder Beschäftigte sie im Alltag spürt. Gerade eine bKV ist ein Benefit, den auch der Tarifvertrag nicht abbildet und der deshalb aus der Masse heraussticht.

## Wie wirken BGM und eine bKV gegen die Fluktuation in Behörden?

Betriebliches Gesundheitsmanagement, kurz BGM, bündelt alle Maßnahmen, mit denen ein Arbeitgeber die Gesundheit der Belegschaft schützt und fördert. Von der Gefährdungsbeurteilung über Ergonomie bis zur psychischen Entlastung reicht die Spanne. In einer Verwaltung mit 25,5 Fehltagen im Schnitt ist das kein Randthema, sondern ein Hebel auf Haushalt und Teamstärke.

Eine betriebliche Krankenversicherung ergänzt das BGM um einen Baustein, den Beschäftigte unmittelbar merken. Sie bekommen ein jährliches Gesundheitsbudget, das sie für Zahnersatz, Sehhilfen, Vorsorge oder Heilpraktiker nutzen. Eine Gehaltserhöhung gilt nach kurzer Zeit als selbstverständlich, dieser Nutzen dagegen taucht bei jedem Arztbesuch wieder auf. So wird Wertschätzung im Alltag greifbar, ohne dass du den Tarif anfasst. Fünf Tarife setzt du direkt ein:

TarifJahresbudgetBeitrag pro MonatWürttembergische StartBudget300 Euroab 7,96 EuroHanseMerkur BKBT300 Euroab 9,90 EuroHallesche FEELfree300 Euroab 9,95 EuroGothaer MediGroupAG FlexSelect300 Euroab 9,90 EuroHanseMerkur BKBT600 Euroab 19,90 EuroEin 300-Euro-Budget startet also bei rund 8 Euro im Monat, ein 600-Euro-Budget bei etwa 20 Euro. Gegen die 43.069 Euro, die ein einziger Abgang mindestens kostet, ist das ein kleiner Posten. Welche Tarife zu deinem Haus passen, klärt der kostenlose bKV-Tarifcheck.

iSachbezug bis 50 EuroZahlt der Arbeitgeber den Beitrag als Sachbezug, bleibt er bis 50 Euro im Monat steuer- und sozialabgabenfrei. Damit landet fast der volle Betrag als Leistung bei den Beschäftigten. Die Details erklärt der Beitrag Wie wird eine bKV versteuert?.

Behörden können bei Bezahlung selten glänzen, bei Fürsorge dagegen schon. Eine bKV ist die kleine Leistung, die im Bewerbungsgespräch und beim Bleiben den Unterschied macht, weil sie zeigt, dass hinter der Verwaltung Menschen stehen, die mitdenken.

Patrick Steeger, bKV-Experte

## Wie führst du die Maßnahmen in deiner Behörde ein?

Der Weg von der Idee zum wirksamen Benefit ist kürzer, als viele Verwaltungen annehmen. Wichtig ist, dass du klein anfängst, die Personalvertretung früh einbindest und das Angebot sichtbar machst. Fünf Schritte haben sich bewährt:

- Analysieren. Schau dir Fehltage, Altersstruktur und die Ergebnisse der letzten Mitarbeiterbefragung an. So weißt du, wo der Schuh drückt.
- Führung stärken. Setz bei Anerkennung und Feedback an, denn das trifft den häufigsten Grund für Wechselgedanken ohne zusätzliches Budget.
- Benefit auswählen. Wähle einen bKV-Tarif, der zum Budget passt, und rechne den Sachbezug bis 50 Euro sauber durch.
- Personalvertretung einbinden. Hol den Personalrat früh an den Tisch, das beschleunigt die Einführung und schafft Rückhalt.
- Kommunizieren. Erklär den Nutzen mit Beispielen aus dem Alltag, damit jeder den Wert sofort erkennt.
Eine Struktur für die Einführung liefert der Beitrag bKV einführen: In 7 Schritten zum Mitarbeiter-Benefit. Wie sich das mit Nachbarbranchen vergleicht, zeigt unser Beitrag zur Fluktuation im Gesundheitswesen, wo der Personaldruck noch höher ist.

Die niedrige Fluktuationsquote in der Verwaltung ist kein Ruhekissen, sondern eine Frist. Solange Beschäftigte bleiben, hast du die Chance, sie mit Führung, Gesundheit und spürbaren Leistungen zu binden. Wer diese Zeit nutzt, steht besser da, wenn die Pensionierungswelle rollt und dem Staat schon heute über 570.000 Kräfte fehlen.

## Häufige Fragen

### Wie hoch ist die Fluktuation in der öffentlichen Verwaltung?

Die Fluktuationsquote liegt bei rund 13,6 Prozent pro Jahr und ist damit die niedrigste aller Branchen. Die deutsche Gesamtwirtschaft kommt auf einen Durchschnitt von 31,4 Prozent. Die niedrige Quote entsteht vor allem durch hohe Wechselhürden wie unbefristete Stellen und den Beamtenstatus, nicht allein durch Zufriedenheit.

### Warum ist die niedrige Fluktuation im öffentlichen Dienst trotzdem ein Problem?

Weil sie ein größeres Risiko verdeckt. Laut Bleibebarometer Öffentlicher Dienst können sich 80 Prozent der Beschäftigten einen Arbeitgeberwechsel vorstellen, ein Drittel sogar in die Privatwirtschaft (next:public). Gleichzeitig fehlen dem Staat schon heute über 570.000 Kräfte, und rund 1,3 Millionen Beschäftigte scheiden bis 2035 altersbedingt aus.

### Was kostet ein Mitarbeiterabgang in einer Behörde?

Studien beziffern die Kosten eines Abgangs auf 90 bis 200 Prozent eines Jahresgehalts. Das Kompetenz Center Mitarbeiterbindung setzt einen Mindestbetrag von rund 43.069 Euro pro Fall an. Den größten Anteil trägt die Vakanzzeit, denn die Time-to-Hire liegt in Deutschland im Schnitt bei 106 Tagen (Bundesagentur für Arbeit).

### Wie hoch ist der Krankenstand in der öffentlichen Verwaltung?

Beschäftigte der öffentlichen Verwaltung fehlen im Schnitt 25,5 Krankheitstage pro Jahr (BKK) und liegen damit über dem Gesamtdurchschnitt von 22,3 Tagen (BKK) beziehungsweise 14,8 Tagen nach der Rechnung des Statistischen Bundesamts. Rund 40 Prozent aller Fehltage entfielen 2024 auf Langzeiterkrankungen von mehr als sechs Wochen (AOK).

### Wie hilft eine bKV gegen die Fluktuation in der Verwaltung?

Eine betriebliche Krankenversicherung gibt Beschäftigten ein jährliches Gesundheitsbudget, etwa 300 Euro ab rund 8 Euro im Monat oder 600 Euro ab etwa 20 Euro. Sie wirkt als sichtbarer Gesundheitsbenefit, den der Tarifvertrag nicht abbildet, und bleibt als Sachbezug bis 50 Euro im Monat steuer- und sozialabgabenfrei. Gegen die mindestens 43.069 Euro pro Abgang ist das ein kleiner Posten.

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Quelle: https://bkv-budgettarife.de/blog/fluktuation-oeffentliche-verwaltung/ · bKV-Budgettarife.de (Brandbenefits GmbH)
