# Fluktuation im SHK-Handwerk: Ursachen und wirksame Gegenmaßnahmen

> Im Bau- und Ausbaugewerbe wechselt mehr als jede dritte Fachkraft pro Jahr den Betrieb. Wie hoch die Fluktuation in Sanitär- und Heizungsbetrieben wirklich ist, was jeder Abgang kostet und mit welchen Maßnahmen du sie spürbar senkst.

Kategorie: Für Arbeitgeber · 1. Juli 2026 · 11 Min. Lesezeit · Autor: Patrick Steeger (Brandbenefits GmbH)

## Wie hoch ist die Fluktuation in Sanitär- und Heizungsbetrieben wirklich?

Eine amtliche Fluktuationsquote allein für das SHK-Handwerk gibt es nicht. Sanitär, Heizung und Klima zählen statistisch zum Ausbaugewerbe, und genau dort sind die Wechselzahlen hoch. Im Bauhauptgewerbe wechselten zuletzt rund 36,5 Prozent der Beschäftigten innerhalb eines Jahres den Arbeitgeber, im Ausbaugewerbe sogar rund 41,7 Prozent. Der gesamtwirtschaftliche Durchschnitt liegt bei 31,4 Prozent (Hauptverband der Deutschen Bauindustrie).

   In einem durchschnittlichen Ausbaubetrieb wechselt damit rechnerisch jede zweite bis dritte Stelle pro Jahr die Besetzung. Der Wert ist über die Jahre stabil hoch, im langfristigen Mittel liegt das Baugewerbe bei knapp 39 Prozent.

   BereichFluktuation pro Jahr
   Gastgewerbe (höchster Wert)68,1 %
   Hoch- und Tiefbau42,5 %
   Ausbaugewerbe (dazu zählt SHK)41,7 %
   Bauhauptgewerbe36,5 %
   Gesamtwirtschaft31,4 %
   Finanz und Versicherung (niedrigster Wert)4,0 %

   Die reine Wechselquote ist nur die halbe Wahrheit. Im SHK-Handwerk kommt ein struktureller Mangel dazu, der den Druck auf jeden einzelnen Betrieb erhöht.

   Vier Kennzahlen zeigen, wie angespannt die Lage ist:

   - Rund 12.000 offene Stellen im Bereich Sanitär, Heizung und Klima lassen sich nicht mit passend qualifizierten Arbeitslosen besetzen, die Vakanzquote liegt bei etwa 75 Prozent (Bundesagentur für Arbeit).

   - 50 bis 65 Prozent der ausgebildeten Fachkräfte kehren dem Handwerk je nach Gewerk früher oder später den Rücken.

   - Jährlich gehen rund 25.000 Fachkräfte in Rente, dem stehen nur etwa 12.000 neue Auszubildende gegenüber.

   - Schon in der Ausbildung bricht es weg. Bei Anlagenmechanikern für SHK liegt die vorzeitige Vertragslösungsquote regional bei rund 40 Prozent, bundesweit über alle Berufe bei etwa 25 Prozent (BIBB, Innung SHK Berlin).

   iFluktuation, Vakanz und VertragslösungDie Fluktuationsquote misst, wie viele Beschäftigte pro Jahr den Betrieb verlassen. Die Vakanzquote zeigt, wie viele offene Stellen unbesetzt bleiben. Die Vertragslösungsquote betrifft vorzeitig beendete Ausbildungsverträge. Alle drei Werte sind im SHK-Handwerk überdurchschnittlich hoch und verstärken sich gegenseitig.

## Was kostet dich ein Mitarbeiterabgang im SHK-Betrieb?

Fluktuation kostet Geld, und zwar mehr, als die meisten Betriebe glauben. Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände rechnet mit dem 1 bis 1,5-fachen eines Jahresgehalts pro Abgang. Über verschiedene Studien hinweg liegen die Gesamtkosten bei 90 bis 200 Prozent des Bruttojahresgehalts. Das Kompetenz Center Mitarbeiterbindung beziffert den Mindestbetrag auf rund 43.000 Euro pro Fall.

   Gerade im Handwerk, wo eine Nachbesetzung schwierig ist, landest du schnell am oberen Ende dieser Spanne. Der größte Kostentreiber ist die Vakanzzeit. Jede Woche, in der eine Stelle unbesetzt bleibt, bedeutet liegengebliebene Aufträge, Überstunden im Team und verschobene Kundentermine.

   KostenblockWas dahintersteckt
   Austritt und Vakanzliegengebliebene Aufträge, Überstunden der Kollegen, verlorenes Know-how
   Suche und AuswahlStellenanzeigen, Personalvermittlung, Zeit für Bewerbungsgespräche
   EinarbeitungEinlernphase, geringere Produktivität, Begleitung durch erfahrene Kollegen
   WissensverlustKundenbeziehungen, Betriebswissen und eingespielte Abläufe gehen mit

   Rechne es an einem Monteur durch, der rund 45.000 Euro im Jahr verdient. Schon beim Faktor 1 kostet dich sein Abgang 45.000 Euro. Bei zwei bis drei Wechseln im Jahr summiert sich das zu einer fünf- bis sechsstelligen Belastung, die in keiner Angebotskalkulation auftaucht.

   Viele Betriebe rechnen nur mit dem Lohn, den sie sparen, wenn jemand geht. Der eigentliche Schaden steckt woanders, in den Aufträgen, die liegen bleiben, und im Wissen, das aus der Tür geht. Genau deshalb lohnt sich jeder Euro, der Menschen im Betrieb hält.

Patrick Steeger, bKV-Experte

## Warum kündigen Fachkräfte im SHK-Handwerk?

Wer die Fluktuation senken will, muss die Gründe kennen. Über Studien und Branchenbefragungen hinweg zeigt sich ein klares Muster.

   Fachkräfte kommen wegen der Aufgabe. Sie gehen wegen der Bedingungen und der Führung. Fünf Gründe tauchen dabei immer wieder auf:

   Körperliche Belastung und GesundheitDer wichtigste Ausstiegsgrund im Bau- und SHK-Handwerk. Schweres Heben, Arbeit in Zwangshaltungen, Kälte und Nässe fordern den Körper. Wer mit 50 nicht mehr kann, sucht sich einen leichteren Job.
   Vergütung unter IndustrieniveauIm Baugewerbe liegt der Stundenlohn bei rund 23,50 Euro, im verarbeitenden Gewerbe bei etwa 32,70 Euro. Das sind fast 40 Prozent Unterschied. Die Industrie wirbt Handwerker gezielt ab.
   Arbeitszeiten und lange AnfahrtenUngünstige Arbeitszeiten und weite Wege zur Baustelle zehren an der Motivation. Im Schnitt legen Baubeschäftigte rund 64 Kilometer unbezahlte Anfahrt pro Tag zurück.
   Fehlende Wertschätzung und FührungDas Gefühl, dass die eigene Leistung nicht gesehen wird, ist einer der stärksten Kündigungstreiber. In Befragungen nennen über 40 Prozent Wertschätzung als entscheidend für die Bindung an den Betrieb.
   Wenig Perspektive im KleinbetriebÜber 70 Prozent der Betriebe im Bau haben weniger als zehn Beschäftigte. Aufstieg, Weiterbildung und klare Entwicklungswege fehlen oft, gerade jüngere Fachkräfte wandern deshalb ab.

   Auffällig daran ist die Rangfolge. Neben dem Geld stehen Gesundheit, Zeit und Anerkennung ganz oben, und genau dort kannst du als Arbeitgeber ansetzen, ohne sofort die Löhne der Industrie zu zahlen.

## Welche Rolle spielt die Gesundheit bei der Fluktuation im Handwerk?

Gesundheit ist im SHK-Handwerk der rote Faden hinter fast jedem Abgang. Muskel-Skelett-Erkrankungen, also Beschwerden an Rücken, Gelenken und Sehnen, sind die häufigste Ursache für Ausfälle. Sie verursachen rund 27,6 Prozent aller Krankheitstage und dauern im Schnitt über 17 Tage pro Fall, deutlich länger als andere Diagnosen (BAuA).

   Damit geht etwa jeder vierte Fehltag auf körperliche Belastung zurück, und handwerkliche Berufe trifft es besonders hart. Wer über Jahre verschleißt, scheidet früher aus dem Beruf aus. Das trifft dich doppelt, erst durch Fehltage, dann durch den endgültigen Abgang.

   iKleine Betriebe haben ein PräventionsproblemIn kleinen Handwerksbetrieben fehlen oft feste Strukturen für Gesundheitsschutz und Vorsorge. Genau dort ist der körperliche Verschleiß aber am höchsten. Wer früh in Ergonomie, Vorsorge und schnelle Behandlung investiert, hält seine Leute länger fit und im Betrieb.

   Daraus folgt für dich ein doppelter Hebel. Maßnahmen, die die Gesundheit deiner Belegschaft schützen und sichtbar verbessern, wirken gegen hohe Fehlzeiten und gegen hohe Fluktuation zugleich.

## Mit welchen Maßnahmen senken SHK-Betriebe die Fluktuation?

Den einen Hebel, der alles löst, gibt es nicht. Wirksam ist ein Bündel aus mehreren Handlungsfeldern, das zu deinem Betrieb passt.

   Sechs Felder haben sich in der Praxis bewährt, vom Führungsstil bis zum Benefit. Die Übersicht zeigt, wo du ansetzt und was es bringt:

   HandlungsfeldMaßnahmeWirkung
   Führung und Wertschätzungregelmäßige Gespräche, ehrliches Lob, Team einbeziehentrifft den häufigsten Kündigungsgrund
   Vergütung und Entwicklungfaire Löhne, Weiterbildung, Meisterförderunghält Leistungsträger im Betrieb
   Arbeitszeit und Planungverlässliche Einsatzplanung, weniger Überstundenentlastet Familien und Gesundheit
   Onboarding und Ausbildungstrukturierte Einarbeitung, feste Ansprechpartnersenkt frühe Abbrüche
   Gesundheit (BGM)Ergonomie, Vorsorge, Rückenprogrammesenkt Fehltage und Verschleiß
   Benefits (bKV)festes Gesundheitsbudget pro Kopfsichtbarer Zusatznutzen jeden Monat

   Diese Kombination hat einen praktischen Vorteil. Führung, Wertschätzung und Gesundheit lassen sich schnell und ohne großes Budget verbessern und greifen genau dort, wo Fachkräfte sonst aussteigen. Wie ein Benefit zur Bindung beiträgt, liest du im Beitrag [Wie sinnvoll ist eine bKV zur Mitarbeiterbindung?](/blog/bkv-mitarbeiterbindung)

## Wie wirken BGM und eine bKV gegen die Fluktuation?

Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) bündelt alle Maßnahmen, die die Gesundheit deiner Belegschaft schützen und fördern, von der ergonomischen Ausstattung über Rückenprogramme bis zur Vorsorge. Im körperlich harten SHK-Alltag ist das der direkte Hebel gegen Fehltage und frühen Verschleiß.

   Die betriebliche Krankenversicherung (bKV) ist das sichtbarste Instrument im BGM. Dein Betrieb stellt jedem Mitarbeiter ein festes Gesundheitsbudget pro Jahr bereit, das frei nutzbar ist, etwa für Physiotherapie und Heilmittel, die Brille, Zahnleistungen oder Vorsorge. Für einen Beruf, der auf Rücken und Gelenke geht, trifft das den Bedarf. Was eine bKV grundsätzlich bringt, erklärt der Beitrag [Was bringt eine zusätzliche betriebliche Krankenversicherung?](/blog/was-bringt-bkv)

   Der Kostenpunkt überrascht viele. Ein Gesundheitsbudget von 300 Euro pro Jahr gibt es je nach Anbieter schon ab rund 8 Euro im Monat, ein 600-Euro-Budget ab etwa 20 Euro. Die folgenden bKV-Tarife machen das greifbar:

   AnbieterBudget pro JahrBeitrag pro Monat
   Württembergische StartBudget300 €ab 7,96 €
   HanseMerkur BKBT300 €ab 9,90 €
   Hallesche FEELfree300 €ab 9,95 €
   HanseMerkur BKBT600 €ab 19,90 €

   iBis 50 Euro im Monat steuerfreiZahlst du den bKV-Beitrag als Sachbezug, bleibt er bis zur Freigrenze von 50 Euro im Monat steuer- und sozialabgabenfrei. Die meisten Budgettarife liegen deutlich darunter, dein Beitrag kommt also voll bei der Belegschaft an. Die Details erklärt der Beitrag Wie wird eine bKV versteuert?

   Im Handwerk zählt, was man anfassen kann. Eine bKV ist genau das. Ein Budget, das der Monteur für seine Physiotherapie nutzt und das seine Familie spürt. Das bleibt hängen, und es hält Leute im Betrieb.

Patrick Steeger, bKV-Experte
   Eine bKV ersetzt keine gute Führung und keine fairen Löhne. Sie wirkt als Teil des Gesamtpakets, sichtbar, gesundheitsnah und für kleine Betriebe bezahlbar. Eine Übersicht aller Tarife findest du unter [bKV-Tarife](/tarife/).

## Wie führst du die Maßnahmen im SHK-Betrieb ein?

Fang mit den Hebeln an, die schnell wirken und wenig kosten. Wertschätzung, verlässliche Planung und Gesundheit lassen sich sofort angehen, während faire Lohnstrukturen und Weiterbildung Zeit brauchen.

   Ein pragmatischer Fahrplan hält den Aufwand klein und bringt trotzdem früh Ergebnisse:

   - Zuhören. Frag deine Leute, warum die letzten Kollegen gegangen sind. Die Antworten zeigen dir die wichtigsten Baustellen.

   - Gesundheit sichern. Ergonomie, Vorsorge und eine bKV als sichtbaren Gesundheitsbenefit einführen.

   - Benefit auswählen. Budgethöhe und Tarif am Bedarf der Belegschaft ausrichten und Anbieter vergleichen.

   - Kommunizieren. Nenne den Benefit in der Stellenanzeige, erkläre ihn im Onboarding und erinnere regelmäßig daran.

   Wie du eine bKV Schritt für Schritt aufsetzt, zeigt der Leitfaden [bKV einführen: In 7 Schritten zum Mitarbeiter-Benefit](/blog/bkv-einfuehren-arbeitgeber). Welcher Tarif zu deinem Betrieb passt, zeigt dir der kostenlose [bKV-Tarifcheck](/tarifcheck/) in wenigen Minuten.

   Die hohe Fluktuation im SHK-Handwerk ist kein Naturgesetz. Wer die Gründe kennt und an Führung, Gesundheit und sichtbaren Benefits ansetzt, hält seine Fachkräfte länger, spart die hohen Kosten jedes Abgangs und wird als Arbeitgeber spürbar attraktiver.

## Häufige Fragen

### Wie hoch ist die Fluktuation im Bau- und Ausbaugewerbe?

Im Bauhauptgewerbe wechseln pro Jahr rund 36,5 Prozent der Beschäftigten den Arbeitgeber, im Ausbaugewerbe, zu dem das SHK-Handwerk zählt, sind es etwa 41,7 Prozent. Der gesamtwirtschaftliche Durchschnitt liegt bei 31,4 Prozent. Damit gehört das Handwerk zu den Branchen mit der höchsten Fluktuation.

### Was kostet die Fluktuation eines Mitarbeiters?

Studien rechnen mit 90 bis 200 Prozent eines Bruttojahresgehalts pro Abgang, die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände nennt das 1 bis 1,5-fache Jahresgehalt. Als Mindestbetrag werden rund 43.000 Euro pro Fall angesetzt. Größter Kostentreiber ist die Zeit, in der die Stelle unbesetzt bleibt.

### Warum verlassen so viele Fachkräfte das SHK-Handwerk?

Die häufigsten Gründe sind körperliche Belastung und Gesundheitsprobleme, eine Vergütung unter Industrieniveau, ungünstige Arbeitszeiten mit langen Anfahrten sowie fehlende Wertschätzung und Perspektive. Gesundheit, Zeit und Anerkennung wiegen dabei oft schwerer als das reine Gehalt.

### Hilft eine betriebliche Krankenversicherung gegen Fluktuation?

Ja, als sichtbarer Gesundheitsbenefit trifft eine bKV zwei der wichtigsten Bindungsfaktoren, Gesundheit und Wertschätzung. Sie ersetzt keine gute Führung und keine fairen Löhne, wirkt aber als Teil des Gesamtpakets und ist gerade für kleine SHK-Betriebe bezahlbar.

### Was kostet eine bKV pro Mitarbeiter im SHK-Betrieb?

Ein Gesundheitsbudget von 300 Euro pro Jahr gibt es je nach Anbieter schon ab rund 8 Euro im Monat, ein 600-Euro-Budget ab etwa 20 Euro. Zahlst du den Beitrag als Sachbezug, bleibt er bis 50 Euro im Monat steuer- und sozialabgabenfrei.

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Quelle: https://bkv-budgettarife.de/blog/fluktuation-shk-handwerk/ · bKV-Budgettarife.de (Brandbenefits GmbH)
