Vergleich

bKV oder PKV: Wo liegt der Unterschied?

21. Juli 2026·10 Min. Lesezeit·von Patrick Steeger
Patrick Steeger
Über den Autor
Patrick Steeger
Versicherungsmakler (IHK, § 34d GewO)

Patrick Steeger begleitet Arbeitgeber bei Auswahl, Vergleich und Einführung von bKV-Budgettarifen. Als unabhängiger Versicherungsmakler bewertet er Tarife neutral und praxisnah.

  • Versicherungsmakler mit Erlaubnis nach § 34d Abs. 1 GewO, erteilt durch die IHK Hamburg
  • Eingetragen im Versicherungsvermittlerregister, Registrierungsnummer D-UX9F-R9FOT-92
  • Über zehn Jahre auf die betriebliche Krankenversicherung spezialisiert

Ein Zuschuss zur Gesundheit klingt nach einer einzigen Entscheidung. Sobald die Angebote nebeneinander liegen, merkst du, dass zwei grundverschiedene Produkte gemeint sind.

Betriebliche Krankenversicherung meint einen Firmenbenefit, den du für deine Leute finanzierst. Bei der privaten Krankenversicherung entscheidet dagegen eine einzelne Person, ob sie die gesetzliche Kasse verlässt und ihren Schutz komplett privat einkauft.

Warum werfen viele Firmen bKV und PKV in einen Topf?

Beide Begriffe tragen das Wort Krankenversicherung, und beide versprechen bessere Medizin als der gesetzliche Standard. Genau daraus entsteht die Verwechslung, die dir in der Lohnbuchhaltung Zeit kostet.

Der Unterschied liegt in der Rolle, die du einnimmst. Bei der bKV bist du der Vertragspartner des Versicherers und zahlst den Beitrag für deine Mitarbeitenden. Bei der PKV entscheidet eine Privatperson für sich allein, ob sie die gesetzliche Krankenkasse verlässt und den kompletten Schutz privat einkauft.

Die bKV setzt auf den bestehenden Schutz obendrauf. Sie funktioniert für gesetzlich Versicherte genauso wie für privat Versicherte, weil sie deren Grundabsicherung ergänzt. Die PKV tritt dagegen an die Stelle der gesetzlichen Kasse und übernimmt die komplette Versorgung.

Wen versichert eine bKV und wen eine PKV?

Eine bKV steht grundsätzlich allen Beschäftigten offen, die du in den Firmenvertrag aufnimmst. Ob jemand in der gesetzlichen Kasse oder schon privat vollversichert ist, spielt keine Rolle, denn die Zusatzleistungen kommen zu jeder Grundabsicherung hinzu.

Die PKV richtet sich an einen engeren Kreis. Angestellte dürfen erst wechseln, wenn ihr Gehalt die Jahresarbeitsentgeltgrenze übersteigt, während Selbstständige und Beamte den Zugang unabhängig vom Einkommen haben (§ 6 SGB V). Die folgende Übersicht ordnet die beiden Wege entlang der Punkte, die im Firmenalltag zählen.

Worum es gehtBetriebliche KrankenversicherungPrivate Krankenversicherung
Art des SchutzesZusatzversicherung über der GrundabsicherungVollversicherung anstelle der GKV
Wer zahltArbeitgeber über den FirmenvertragVersicherte Person selbst
Für wen geeignetGesetzlich und privat Versicherte im BetriebAngestellte über der Entgeltgrenze, Selbstständige, Beamte
GesundheitsprüfungBei arbeitgeberfinanzierter Gruppe in der Regel keineUmfangreiche Prüfung, Risikozuschläge möglich
VertragsformRahmenvertrag der FirmaEinzelvertrag der Person
Beim JobwechselEndet oft mit dem Arbeitsverhältnis, Fortführung teils möglichBleibt bestehen, an die Person gebunden

Aus dieser Aufstellung wird sichtbar, dass sich die Produkte nicht gegenseitig ausschließen. Eine privat vollversicherte Fachkraft kann zusätzlich in deiner bKV stehen und beide Leistungswelten nutzen.

Weshalb entfällt bei der arbeitgeberfinanzierten bKV die Gesundheitsprüfung?

Sobald du als Arbeitgeber die Beiträge trägst und eine ausreichend große Gruppe versicherst, verzichten die Anbieter üblicherweise auf die Gesundheitsprüfung. Der Versicherer kalkuliert das Risiko über das Kollektiv. Damit kommen auch Mitarbeitende mit Vorerkrankungen oder laufender Behandlung in den Schutz, und der Versicherungsschutz beginnt sofort (pkv.de).

Bei der PKV läuft es anders herum. Wer sich privat vollversichern will, durchläuft eine ausführliche Gesundheitsprüfung. Aus Vorerkrankungen entstehen Risikozuschläge, Leistungsausschlüsse oder im Einzelfall eine Ablehnung. In der PKV kann eine Vorerkrankung so zur Hürde für die einzelne Person werden.

Patrick Steeger

Genau der Verzicht auf die Gesundheitsprüfung macht die bKV zum Türöffner. Ein Mitarbeiter, der privat wegen einer Vorerkrankung längst abgelehnt wurde, steht in der Firmengruppe am ersten Tag voll im Schutz.

Patrick Steeger, bKV-Experte

Was kostet der Schutz aus Firmensicht wirklich?

In der bKV planst du mit einem festen Beitrag pro Kopf. Du wählst ein Budget oder Bausteine, multiplizierst mit der Zahl der Mitarbeitenden und kennst deine Jahreskosten. Weil die Prämie an das Kollektiv gekoppelt ist, steigt sie nicht automatisch mit dem Alter einer einzelnen Person.

Die PKV rechnet auf der Ebene der Privatperson. Ihre Prämie hängt von Eintrittsalter, Gesundheitszustand und gewähltem Leistungsniveau ab und trägt einen Anteil für das Alter in sich. Für dich als Arbeitgeber ist das nur dann ein Thema, wenn du einen Zuschuss zur privaten Vollversicherung leistest, was rechtlich ein anderer Vorgang ist als eine bKV.

Für die Einordnung deiner eigenen Zahlen führt der Beitrag Was kostet bKV pro Monat durch die üblichen Beitragsspannen. Ob ein festes Budget oder einzelne Leistungsbausteine besser zu deiner Belegschaft passen, klärt Budgettarif oder Bausteintarif.

Wie versteuerst du einen bKV-Beitrag über 50 Euro?

Solange der monatliche bKV-Beitrag pro Person die Sachbezugsfreigrenze von 50 Euro nicht übersteigt, bleibt er steuer- und sozialabgabenfrei (§ 8 Abs. 2 EStG). Wichtig ist der Charakter als Freigrenze, denn bei Überschreitung wird der gesamte Sachbezug abgabenpflichtig, auch der Betrag unterhalb der Grenze.

Liegt dein Beitrag darüber, stehen drei Wege offen, die du mit deiner Lohnbuchhaltung abstimmst. Die folgende Aufzählung fasst sie zusammen, bevor du im Einzelfall entscheidest.

  • Pauschalversteuerung nach § 40 Abs. 1 EStG, bei der du als Arbeitgeber die Lohnsteuer mit einem individuellen Pauschsteuersatz übernimmst, den du beim Finanzamt beantragst.
  • Pauschalierung nach § 37b EStG mit 30 Prozent Pauschalsteuer auf Sachzuwendungen, wobei die sozialversicherungsrechtliche Behandlung gesondert zu prüfen ist.
  • Individualversteuerung, bei der der Beitrag als normaler Arbeitslohn beim Mitarbeitenden dem Lohnsteuerabzug und den Sozialabgaben unterliegt.

Welcher Weg für deinen Betrieb günstiger ausfällt, hängt von Gehaltsstruktur und Beitragshöhe ab. Diese Angaben ersetzen keine Steuerberatung, deshalb sprich die Umsetzung mit deinem Steuerberater und deiner Lohnbuchhaltung ab. Die Mechanik der Freigrenze vertieft bKV Steuer als Sachbezug, die Buchung zeigt bKV in der Lohnbuchhaltung.

Was passiert mit dem Schutz beim Jobwechsel?

Verlässt eine Person deinen Betrieb, endet die arbeitgeberfinanzierte bKV meist mit dem Arbeitsverhältnis. Viele Anbieter räumen aber ein, den Vertrag privat und ohne erneute Gesundheitsprüfung weiterzuführen, sodass der Schutz bestehen bleibt, wenn die Person nun selbst zahlt.

Die PKV ist von vornherein an die Person gebunden und läuft beim Arbeitgeberwechsel unverändert weiter. Sie bildet über die Jahre Alterungsrückstellungen, die höhere Kosten im Alter abfedern (Bundesgesundheitsministerium). Seit der Reform des GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetzes lässt sich ein Teil dieser Rückstellungen bei einem Anbieterwechsel übertragen, während der übrige Aufbau beim bisherigen Versicherer verbleibt.

Patrick Steeger

Die Portabilität in der PKV klingt größer, als sie ist. Für dich als Arbeitgeber zählt eher, dass deine bKV oft privat fortführbar bleibt, denn das erhöht den gefühlten Wert der Zusage.

Patrick Steeger, bKV-Experte

Wann passt die bKV, wann die PKV?

Die bKV ist dein Instrument, wenn du die gesamte Belegschaft ansprechen willst, unabhängig davon, ob sie gesetzlich oder privat versichert ist. Sie wirkt als Baustein der Mitarbeiterbindung, weil jeder ohne Prüfung sofort profitiert und du die Kosten pro Kopf steuerst.

Die PKV bleibt die Entscheidung einer einzelnen Person über ihre Grundabsicherung. Als Arbeitgeber berührst du sie höchstens über einen Zuschuss, während die Verantwortung für Auswahl und Beitrag bei der versicherten Person liegt. Für den Firmenbenefit ist deshalb die bKV der Hebel, den du direkt in der Hand hast.

Willst du prüfen, welcher Schutz zu deiner Belegschaft passt, führt dich der Tarifcheck durch die passenden Leistungen, und die Marktübersicht findest du unter Tarife. Warum das Thema über den reinen Beitrag hinausgeht, zeigt bKV und Mitarbeiterbindung.

Häufige Fragen

Ist eine bKV das Gleiche wie eine private Krankenversicherung?
Nein. Die bKV ist eine arbeitgeberfinanzierte Zusatzversicherung, die auf die bestehende Grundabsicherung aufsetzt und gesetzlich wie privat Versicherten offensteht. Die PKV ist eine Vollversicherung, die eine Privatperson anstelle der gesetzlichen Kasse abschließt.
Können auch privat vollversicherte Mitarbeitende eine bKV bekommen?
Ja. Weil die bKV Zusatzleistungen über der Grundabsicherung bietet, spielt es keine Rolle, ob jemand gesetzlich oder privat versichert ist. Du nimmst die Person in den Firmenvertrag auf, und die Leistungen kommen zum bestehenden Schutz hinzu.
Findet bei der bKV eine Gesundheitsprüfung statt?
Bei einer arbeitgeberfinanzierten Gruppe verzichten die Anbieter in der Regel auf die Gesundheitsprüfung. Auch Vorerkrankte kommen ohne Prüfung in den Schutz. In der PKV dagegen ist eine ausführliche Prüfung üblich, aus der Risikozuschläge entstehen können.
Bis zu welchem Betrag bleibt der bKV-Beitrag abgabenfrei?
Als Sachbezug bleibt der Beitrag bis 50 Euro im Monat pro Person steuer- und sozialabgabenfrei (§ 8 Abs. 2 EStG). Es handelt sich um eine Freigrenze, daher zählen weitere Sachbezüge mit hinein und der Rahmen kann schnell ausgeschöpft sein.
Was passiert mit der bKV, wenn ein Mitarbeiter das Unternehmen verlässt?
Die arbeitgeberfinanzierte bKV endet meist mit dem Arbeitsverhältnis. Viele Tarife lassen sich jedoch privat und ohne erneute Gesundheitsprüfung weiterführen, wenn die Person den Beitrag künftig selbst übernimmt. Die PKV läuft unabhängig vom Arbeitgeber weiter.
Anbieter jetzt vergleichen

Finde den passenden bKV-Budgettarif für dein Unternehmen.

Vergleich starten

Weitere Artikel