Grundlagen

bKV neben der Altersvorsorge: Was bedeuten 24 Monate?

22. Juli 2026·10 Min. Lesezeit·von Patrick Steeger
Patrick Steeger
Über den Autor
Patrick Steeger
Versicherungsmakler (IHK, § 34d GewO)

Patrick Steeger begleitet Arbeitgeber bei Auswahl, Vergleich und Einführung von bKV-Budgettarifen. Als unabhängiger Versicherungsmakler bewertet er Tarife neutral und praxisnah.

  • Versicherungsmakler mit Erlaubnis nach § 34d Abs. 1 GewO, erteilt durch die IHK Hamburg
  • Eingetragen im Versicherungsvermittlerregister, Registrierungsnummer D-UX9F-R9FOT-92
  • Über zehn Jahre auf die betriebliche Krankenversicherung spezialisiert

Gesundheit im Betrieb und Vorsorge fürs Alter laufen über zwei getrennte Verträge, tauchen im Beratungsgespräch aber häufig zusammen auf. Rund um beide Bausteine steht oft die Angabe, dass nach 24 Monaten etwas möglich wird.

Damit du weißt, was diese Zahl bedeutet und wo die steuerliche Grenze von 50 Euro liegt, hilft ein Blick auf die Aufgaben beider Verträge.

Warum tauchen bKV und bAV so oft gemeinsam auf?

Beide Leistungen zahlt in der Regel der Arbeitgeber, und sie verbessern die Absicherung der Beschäftigten. Der Zweck liegt aber weit auseinander. Eine betriebliche Krankenversicherung wirkt sofort auf die Gesundheit, während eine betriebliche Altersvorsorge das Einkommen im Ruhestand aufbaut.

Versicherer und Vermittler bündeln beides gern unter dem Begriff betriebliche Fürsorge. Für dich als Arbeitgeber bleibt es trotzdem wichtig, die Bausteine sauber zu trennen, weil Steuerrecht und Zielgruppe im Betrieb unterschiedlich funktionieren.

Was unterscheidet ein Gesundheitsbudget von einer Betriebsrente?

Der auffälligste Unterschied betrifft den Zeitpunkt der Wirkung. Ein Gesundheitsbudget aus der bKV steht deinen Mitarbeitenden meist ab dem ersten Arbeitstag zur Verfügung, eine Betriebsrente aus der bAV zahlt erst im Ruhestand.

Auch steuerlich laufen die Leistungen verschieden. Was ein Mitarbeiter aus der bKV erstattet bekommt, bleibt bei ihm in aller Regel steuerfrei. Bei der bAV greift dagegen die nachgelagerte Besteuerung, die Rente wird also erst im Alter versteuert. Die folgende Übersicht stellt die wichtigsten Punkte nebeneinander.

Was zähltBetriebliche KrankenversicherungBetriebliche Altersvorsorge
ZweckGesundheitskosten absichernZusatzrente aufbauen
Wirkungab dem ersten Tag im Jobim Ruhestand
Leistung beim Mitarbeiterin der Regel steuerfreinachgelagert im Alter zu versteuern
Üblicher Beitragswegarbeitgeberfinanziert als Sachbezugoft Entgeltumwandlung nach § 3 Nr. 63 EStG

Worauf zielt die Angabe nach 24 Monaten ab?

Eine gesetzliche Regel, die genau 24 Monate vorschreibt, gibt es für die Verbindung von bKV und bAV nicht. Wo diese Frist auftaucht, stammt sie fast immer aus den Bedingungen eines einzelnen Tarifs oder aus einem Kombiangebot des Versicherers.

Gemeint sein kann etwa, dass sich ein Vertrag nach einer Mindestlaufzeit ohne erneute Gesundheitsprüfung aufstocken lässt, oder dass ein Paket nach dieser Zeit um einen weiteren Baustein ergänzt werden darf. Belastbar wird die Aussage erst, wenn du sie an den Tarifbedingungen deines Anbieters prüfst. Ein Blick auf den Unterschied der Tarifarten hilft dabei, den passenden Rahmen zu finden, etwa unter Budgettarif vs Bausteintarif.

Patrick Steeger

Die Zahl von 24 Monaten steht fast immer in den Tarifbedingungen, nicht im Gesetz. Ich schaue mir deshalb zuerst an, was der jeweilige Vertrag nach dieser Laufzeit wirklich erlaubt.

Patrick Steeger, bKV-Experte

Wie bleibt der bKV-Beitrag als Sachbezug abgabenfrei?

Als Sachbezug bleibt der Beitrag zur bKV bis zur Sachbezugsfreigrenze von 50 Euro im Monat pro Person steuer- und sozialabgabenfrei (§ 8 Abs. 2 EStG). Damit landet der volle Wert beim Mitarbeiter, ohne dass Lohnsteuer oder Sozialabgaben anfallen.

Wichtig ist, dass in diese Grenze auch andere Sachbezüge hineinzählen. Gibst du zusätzlich einen Tankgutschein aus, teilst du die 50 Euro entsprechend auf. Wie du die Grenze in der Praxis nutzt, findest du unter bKV Steuer.

Welche Wege greifen, wenn der Beitrag über 50 Euro steigt?

Reicht die Freigrenze für den gewünschten Leistungsumfang nicht aus, verfällt der Steuervorteil nicht automatisch. Für den Teil über 50 Euro stehen drei Wege offen, die sich in Aufwand und Belastung unterscheiden.

Die Pauschalversteuerung nach § 40 Abs. 1 EStG lässt dich als Arbeitgeber die Lohnsteuer mit einem individuellen Pauschsteuersatz übernehmen, den du beim Finanzamt beantragst. Alternativ greift die Pauschalierung nach § 37b EStG mit 30 Prozent auf Sachzuwendungen, wobei die sozialversicherungsrechtliche Behandlung gesondert zu prüfen ist. Als dritter Weg bleibt die Individualversteuerung über den normalen Lohnsteuerabzug. Die Details zur Abwicklung findest du unter bKV Lohnbuchhaltung.

VersteuerungWirkung
Pauschal nach § 40 Abs. 1 EStGArbeitgeber übernimmt die Lohnsteuer mit individuellem Pauschsteuersatz, beim Finanzamt beantragt
Pauschal nach § 37b EStG30 Prozent Pauschalsteuer auf Sachzuwendungen, Sozialversicherung gesondert zu prüfen
Individuellnormaler Lohnsteuerabzug plus Sozialabgaben beim Mitarbeiter

Welcher Weg für deinen Betrieb sinnvoll ist, hängt von Lohnstruktur und Zahl der Begünstigten ab. Diese Rechnung stimmst du am besten mit Steuerberatung und Lohnbuchhaltung ab.

Wann ergänzen sich beide Bausteine zu einem Paket für dein Team?

Aus Sicht der Beschäftigten decken bKV und bAV zwei verschiedene Lebensphasen ab. Der eine Baustein wirkt im Arbeitsalltag, der andere sichert das Auskommen nach dem Berufsleben.

Als Arbeitgeber gewinnst du einen Vorteil, wenn beide Zusagen zusammen kommuniziert werden. Ein Bewerber erkennt sofort einen Nutzen, und die Bindung wächst, weil die Leistung im Alltag ankommt. Wie stark die bKV auf die Bindung wirkt, zeigt bKV Mitarbeiterbindung.

In der Praxis lohnt sich das Paket besonders in diesen Situationen.

  • Fachkräfte gewinnen, weil ein Gesundheitsbudget schon im Bewerbungsgespräch sichtbar wird.
  • Bestehende Teams binden, weil Leistung aus der bKV sofort im Alltag ankommt.
  • Vorsorge fürs Alter ergänzen, ohne die Liquidität des Betriebs stark zu belasten.

Wie startest du die Einführung im Unternehmen?

Am Anfang steht die Frage, welchen Leistungsumfang du deinem Team bieten willst und welches Budget je Kopf realistisch ist. Aus dieser Vorgabe ergibt sich, ob du innerhalb der 50-Euro-Grenze bleibst oder einen der Versteuerungswege einplanst.

Danach vergleichst du die passenden Tarife und legst den Rahmen im Gruppenvertrag fest. Einen ersten Überblick bekommst du im Tarifcheck, die Anbieter stehen im Vergleich, und die Leistungen findest du unter Tarife. Den Ablauf Schritt für Schritt beschreibt bKV einführen.

Patrick Steeger

Ich rate dazu, zuerst das Gesundheitsbudget sauber aufzusetzen und die Altersvorsorge als eigenen Schritt zu behandeln. So bleibt für jeden Baustein klar, was er kostet und was er bringt.

Patrick Steeger, bKV-Experte

Bei steuerlichen Fragen zur Einordnung der Beiträge und zur Wahl des Versteuerungswegs stimmst du dich am besten mit deiner Steuerberatung und der Lohnbuchhaltung ab, weil die passende Lösung von deinem Betrieb abhängt.

Häufige Fragen

Gibt es eine gesetzliche 24-Monats-Regel für bKV und bAV?
Eine gesetzliche Frist von 24 Monaten für die Verbindung beider Verträge existiert nicht. Wo die Angabe auftaucht, stammt sie aus den Bedingungen eines Tarifs oder aus einem Kombiangebot, etwa für eine Aufstockung ohne erneute Gesundheitsprüfung nach einer Mindestlaufzeit. Prüfe die genaue Bedeutung immer an den Tarifbedingungen deines Anbieters.
Was ist der Unterschied zwischen bKV und bAV?
Die bKV sichert Gesundheitskosten ab und wirkt meist ab dem ersten Arbeitstag, ihre Leistungen bleiben beim Mitarbeiter in der Regel steuerfrei. Die bAV baut eine Zusatzrente auf, die erst im Ruhestand fließt und dann nachgelagert versteuert wird.
Bis zu welchem Betrag bleibt die bKV abgabenfrei?
Als Sachbezug bleibt der Beitrag bis 50 Euro im Monat pro Person steuer- und sozialabgabenfrei (§ 8 Abs. 2 EStG). In diese Grenze zählen weitere Sachbezüge desselben Mitarbeiters mit hinein.
Was passiert, wenn der bKV-Beitrag über 50 Euro liegt?
Für den Teil über der Freigrenze stehen drei Wege offen: die Pauschalversteuerung nach § 40 Abs. 1 EStG, die Pauschalierung nach § 37b EStG mit 30 Prozent auf Sachzuwendungen oder die Individualversteuerung über den normalen Lohnsteuerabzug. Welcher Weg passt, klärst du mit Steuerberatung und Lohnbuchhaltung.
Lassen sich bKV und bAV im Betrieb kombinieren?
Ja, beide lassen sich als Benefit-Paket nebeneinander anbieten. Sie bleiben dabei getrennte Verträge mit eigenem Steuerrahmen, ergänzen sich aber, weil die bKV im Alltag wirkt und die bAV für den Ruhestand vorsorgt.
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